Aufgabe
Für eine Stadt die aktuelle Restmüllgebühr finden: Grundgebühr, Behältergrößen, Leerungsrhythmus, Gültigkeit. Quelle muss die amtliche Satzung sein, nicht eine Vergleichsseite. Vorher war das Handarbeit mit Suchmaschine und PDF-Reader, je Stadt eine halbe bis eine Stunde.
- AQuelle finden. Ein Modellaufruf mit Websuche über meine eigene Suchinstanz: welche Adresse ist die amtliche Gebührensatzung dieser Stadt?
- BWerte holen. Die Seite wird geladen, der Text geht mit einem zweiten Modellaufruf in ein festes Schema: Gebühren, Behälter, Zeitraum, Zitat der Fundstelle, Selbsteinschätzung.
- CEntwurf ablegen. Das Ergebnis landet als Vorschlag mit Status „Entwurf“ in einer Tabelle, mit Belegzitat und dem Rohtext der Seite daneben.
Vorfrage
Alle vier Bedingungen, weil die erste zunächst nach Agent klingt.
- NEINWeg unbekannt? Nein. Jede Satzung ist anders, aber der Weg ist immer derselbe: suchen, laden, auslesen, ablegen. Die Unsicherheit steckt im Inhalt, nicht im Ablauf. Damit ist es ein Workflow, in dem das Modell zweimal als Schritt vorkommt.
- JAErgebnis prüfbar? Ja. Das Zitat der Fundstelle steht am Vorschlag, die Satzung ist öffentlich. Ein Mensch sieht in einer Minute, ob die Zahl stimmt.
- JAFehler umkehrbar? Ja. Es entsteht ein Entwurf. Die Datei schaltet nie selbst live, das steht als Regel in ihrer zweiten Zeile.
- JANutzen trägt? Ja. Zwei Aufrufe mit kleinen Textmengen gegen eine halbe Stunde Suchen.
Wäre der Weg unbekannt, sähe es anders aus: wenn das Modell selbst entscheiden müsste, ob es die Satzung, das Ratsinformationssystem oder das Amtsblatt durchsucht, und wie oft. Das war einmal die Versuchung. Sie hätte dieselben Zahlen geliefert, langsamer, teurer, und ohne dass hinterher jemand sagen könnte, warum die Stadt X drei Suchen gebraucht hat und Y zwölf.
Bauform
Messlatte
Grenzen
Zwingend. „Schaltet NIE selbst live“ steht als Kommentar im Kopf der Datei. Jeder Vorschlag geht durch die Prüfseite, und dort entscheidet ein Mensch je Stadt.
Keiner. Nur das Ausgabelimit je Aufruf und das Zeitlimit. Der Rechner läuft noch nicht über die Schleuse, und damit fehlt ihm das Tagesbudget. Bei fünf Städten am Tag ist das kein Problem, bei einer Schleife wäre es eines.
Je Lauf ein Protokoll im Dateisystem, und am Vorschlag selbst Rohtext und Belegzitat. Wer später fragt, woher die Zahl kommt, bekommt eine Antwort.
Keine. Gebührensatzungen sind öffentlich, der Rechner speichert keine Eingaben der Nutzer.
Was schiefging
Der Zugangsschlüssel zum Anbieter wurde in einem Chatfenster im Klartext übertragen. Rotiert am selben Tag. Die Lehre ist alt und gilt trotzdem: ein Schlüssel, der einmal in einem Textfeld stand, ist verbrannt.
Die Satzungen nennen Quartalsgebühren, der Rechner braucht Monate. Die Umrechnung des Modells rundete anders als die des Rechners, und die Jahressumme wich um rund vier Cent ab. Kein großer Betrag, aber genau die Art Abweichung, die eine Messlatte in Sekunden findet und ein Mensch beim Durchwinken nie.
Quellen
muellrechner/agent.php, Zeilen 9 bis 12. Prüfseite: muellrechner/admin.php.
Projektstand und Vorfälle: 05_Projects/muellrechner.md.